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Auf ein Bier mit… The Oblyvion

Jetzt setzt euch am besten erstmal hin! Diese Band hat so viel Tiefgang, dass man zwei, drei, fünfzigmal zuhören sollte, ehe man zumindest einen Bruchteil begriffen hat. Bestehend aus fünf Vollblutmusikern, die alle auch an anderen Musikprojekten wie zum Beispiel bei Cypecore oder Mindead beteiligt sind, gehören The Oblyvion zu den Newcomern, für die so gar nichts neu ist – und das hört man! Instrumental dominieren auf ihrem Debüt AMYGDALA vor allem die eindringlichen Gitarren, die hier und da von epischen Synths begleitet werden und stilistisch gerne auch mal vom klassischen Melodic Death abschweifen. Ohne Umwege kommen dagegen die Vocals aus, die ihre Spannung ganz ohne lästigen Singsang halten. Die musikalische Wucht zieht sich konsequent durchs gesamte Album, ohne dabei aber an Nostalgie einzubüßen. Die Platte, passend benannt nach dem Teil des Gehirns, der für alle emotionalen Angelegenheiten zuständig ist, kam bereits im März raus – also pünktlich zur Krise. Warum die Band gerade kurz vor dem ersten Shutdown jedoch den wertvollsten Gig hatte und wie sie die konzertfreie Zeit stattdessen überbrückt erfahrt ihr hier. Wir treffen The Oblyvion auf ein Bier…

Vielen Dank erst einmal für die Einladung! Eine gute, aber auch schwierige Frage, da wir uns selbst nicht unbedingt in eine bestimmte Schublade stecken möchten. Wir verstehen es aber auch, wenn die Leute danach fragen, um eine gewisse Vorstellung von dem zu haben, was wir genau machen. Wir selbst nennen es „Modern Melodic Death“. Eine Mischung aus dem alt bekannten Melodic Death Metal und zusätzlichen neueren Elementen wie Synths, Klavier, Orchester und atmosphärischen Klangeffekten.

Persönlich feiern wir Bands wie Thy Art is Murder, Lamb of God, The Ghost Inside, Suicide Silence (damals noch mit Mitch), The Faceless, Architects, Heart Of A Coward, Wage War, While She Sleeps, Northlane.

Puh, das ist gar nicht so leicht zu sagen. Es mag jetzt stilistisch etwas ganz anderes sein, aber uns haben dieses Jahr die neuen Songs von Woodkid total weggehauen. Die ganze Stimmung, die Videos, die Musik. Einfach total einzigartig mit ganz viel Atmosphäre.

Nicht direkt spirituell, sondern eher bewusst lebend. Durch die ganze Geschwindigkeit mit der man mittlerweile durchs Leben geht und sich alles nur noch um Kapital und Erfolg dreht, vergessen die Menschen oft die kleinen Dinge im Leben, die wertvollen Dinge, welche direkt vor oder neben ihnen liegen. Wir möchten bei unseren Hörern versuchen, das verlorene Bewusstsein für diese wertvollen Dinge im Leben wieder zurück zu erlangen und dadurch eine Ausgeglichenheit und Wertschätzung dieser zu etablieren.

Wir möchten gerne „krassestes“ durch „wertvollstes“ ersetzen. Bisher war das wirklich unsere Debut Album Release Show im Februar dieses Jahres. Wir sind unendlich dankbar, dass wir diese Show noch kurz vor dem ersten Corona-Lockdown spielen durften. Es waren wahnsinnig viele alte Bekannte (aus Cypecore-Zeiten) aber auch neue Gesichter vor der Bühne. Die Stimmung an diesem besonderen Abend war einfach unheimlich familiär, nostalgisch und vertraut. Das hat diesen Abend für uns unfassbar wertvoll gemacht.

Wir nutzen die Corona-Zeit, um neue Songs zu schreiben. Wir planen mit einem baldigen Release einer neuen Single inklusive Musikvideo, ihr dürft also gespannt sein! Zusätzlich haben wir uns in der Zeit auch um unsere neue Merch-Palette gekümmert. Alle Konzerte wurden erstmal auf Mitte/Ende 2021 verschoben. Es ist noch eine kleine Corona-Show für Anfang 2021 geplant, allerdings wissen wir noch nicht, ob das alles unter den aktuellen Umständen stattfinden wird.

Das ist eine echt schwierige Frage. Ich glaube wir nehmen entweder ‘Pandorum’ oder ‘Hollow Crown’, oder beides.

‘Pandorum’ weil es eines der letzten entstandenen Songs auf dem Album und sehr vielseitig ist. Zu dem Entstehungszeitpunkt war die Platte so gut wie fertig, wodurch sich eine gewisse Euphorie in den Song gebahnt hat. Gleichzeitig auch wegen dem Outro, welches auch das Outro der kompletten Platte ist, zusätzlich mit den Vocals am Ende: „Nothing is forever“.

‘Hollow Crown’ aus dem Grund, weil der Song in der Zeit entstanden ist, als unser alter Bassist von Cypecore an einer seltenen Krebsart erkrankt war. Er hat den Song damals sehr gefeiert und wir fühlen uns, wenn wir den Song hören oder spielen, bis heute jedes Mal so, als wäre er in diesem Moment ganz nah bei uns.

Wir würden total gerne mit den Jungs von Thy Art is Murder ein bis dreizehn Bier trinken. Lamb of God sind aber auch ganz weit vorne. Ich glaube mit den Jungs hat man eine Menge Spaß und gute Gespräche.